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GMCD 7171 - Johann Carl Eschmann
Der Landbote, Winterthur 19.03.2005
Ein Winterthurer Mendelssohn
Länger als alle seine Schweizer
Berufskollegen unbeachtet geblieben, zieht der in Winterthur geborene Romantiker
Johann Carl Eschmann (1826-1882) jetzt dank Neuausgaben und CD-Ersteinspielungen
die Aufmerksamkeit wieder auf sich und sein vielseitiges Schaffen.
von WALTER LABHART
Als sich im ersten Drittel des 19.
Jahrhunderts auch in der schweizerischen Musik eine romantische Strömung
abzuzeichnen begann, bestimmten am stärksten die vom Zürcher Komponisten,
Musikerzieher und Verleger Hans Georg Nägeli ausgehende nationale
Chormusikbewegung und von deutschen Musikern hervorgebrachte Klavierwerke und
Lieder die ästhetische Neuausrichtung der hier geborenen Komponisten. Während
sich der hauptsächlich auf dem Gebiet der Vokalmusik aktive Frühromantiker
Friedrich Theodor Fröhlich aus Brugg in seinen vielen Chorwerken mehr am «Sängervater»
Nägeli orientierte, nahm Johann Carl Eschmann als Komponist zahlreicher
Klavierstücke . und Lieder mit Klavierbegleitung vor allem von seinen Vorbildern
Mendelssohn Bartholdy, Chopin und Schumann wichtige Anregungen auf.
Am 12. April 1826 als Sohn eines
Instruktors der Kadettenmusik, Instrumentenhändlers und Kapellmeisters der
kantonalen Militärmusik in Winterthur geboren, wurde Eschmann erst bei Wagners
Schweizer Freund Alexander Müllerin Zürich pianistisch ausgebildet; bevor er
1845 ins kurz zuvor von Mendelssohn Bartholdy gegründete Leipziger
Konservatorium eintrat. Dort studierte er während zweier Jahre als einziger
Schweizer Schüler diversen Quellen zufolge sowohl bei Nils W. Gade als auch bei
Ignaz Mosheles und bei keinem Geringeren als Mendelssohn.
Nach der 1847 erfolgten Rückkehr in die
Schweiz blieb es dem jungen Komponisten verwehrt, in seiner Geburtsstadt Fuss zu
fassen. Da hier der 1843 dank eines Empfehlungsschreibens von Mendelssohn
Bartholdy als Stadtorganist und Musiklehrer tätige Theodor Kirchner aus Chemnitz
die führende Position einnahm, blieb für Eschmann wenig übrig. Wie Ewald Radecke
im «Landboten» (3. Mai 1941) schrieb, war Winterthur mit seinen rund fünftausend
Einwohnern zu klein, um neben Kirchner «eine befriedigende Tätigkeit zu gewähren».
Mit dem Erteilen von Klavierstunden und Theorieunterricht hatte sich Eschmann
bis 1850 in Zürich, wo er Wagner kennen lernte, durchschlagen können, bevor er
in Winterthur dieselbe Tätigkeit bis 1859 ausübte und mit seiner Frau, der
ehemaligen Schülerin Susanna Knus, die er 1853 geheiratet hatte, nach
Schaffhausen übersiedelte. Dort gründete er einen gemischten Chor und wirkte als
Klavier- und Gesanglehrer. Ab 1862 leitete er den städtischen Männerchor. Von
1866 bis zu seinem durch ein Lungenleiden verursachten Tod am 27.Oktöber 1882
lebte Eschmann in Zürich,: wo er wiederholt mit Wagners Gegenspieler Brahms
zusammentraf und vor allem als Klavierlehrer geschätzt wurde:
Bescheidener Nachruhm
Ein grosser Teil der häufig mit poetischen
Titeln versehenen, genrebildartigen Klavierstücke erschien in den Verlagen Carl
Luckhardt in Kassel und Rieter-Biedermann in Leipzig. Nachdem Johannes Brahms
schon am 3. April 1878 seinem Verleger Simrock (Berlin)--mit Bezug
auf Eschmann geschrieben hätte: «Er wird ihnen bekannt sein und braucht meine
Empfehlung nicht; da Sie ja Luckhardts viele Auflagen mit Neid sehen»,
entschloss sich auch jener Musikverleger, den Winterthurer Mendelssohn-Schüler
unter Vertrag zu nehmen, wie er es schon auf das Anraten von
Brahms mit dessen Freund Antonin Dvorak
getan hatte.
Nach seinem Tod geriet Johann Carl Eschmann
als Komponist rasch in Vergessenheit. Zuletzt erinnerte an den vielseitig
begabten Musiker, der «als Resultate seiner dreissigjährigen Klavierlehrerpraxis»
1877 in Berlin die Sammlung «Hundert Aphorismen» (Erfahrungen, Ergänzungen,
Berichtigungen) veröffentlicht hatte, nur noch der erstmals 1875 von Hug in
Zürich und Leipzig herausgegebene «Wegweiser durch die Klavierliteratur». Adolf
Ruthardt brachte dieses rasch zum Standardwerk gewordene Buch nach 1888 mehrmals
in einer von ihm ergänzten und stark überarbeiteten Version neu heraus. Seit der
letzten Namensnennung mit ausgewählter Werkliste im «Historisch-Biographischen
Musikerlexikon der Schweiz» (1928) von Edgar Refard fehlte Eschmann in den
einschlägigen Quellenwerken. Selbst im «Schweizer Musiker-Lexikon / Dictionnaire
des Musiciens, Suisses» des Zürcher Atlantis-Verlages von 1964 sucht man umsonst
nach seinem Namen.
Verdienstvoller Einsatz
Für den lange Vergessenen, für Neuausgaben
des Notentextes und für späte Ersteinspielungen von Eschmanns instrumentalen
Hauptwerken auf CD, setzte sich als Leiter der Musikabteilung der
Zentralbibliothek Zürich seit 1998 der Musikwissenschafter Chris Walton vehement
ein. Mit Vorworten aus seiner Feder versehen, gab der in Winterthur ansässige
Amadeus Verlag, den mit dem ,Gründer Bernhard Päuler selber ein
entdeckungsfreudiger Musiker leitet, das pianistische Hauptwerk in Form der «Lebensbilder»
(12 Klavierstücke op.17; BP 1045) und die folgenden Kammermusikwerke heraus, die
sich alle auf der englischen CD Guild GMCD 7171 finden: «Im Herbst», Sechs
Fantasiestücke op. 6 für Horn (oder Violoncello) und Klavier (BP 1041), zwei
Fantasiestücke op. 9 für Klarinette (oder Violine) und Klavier (BP 1038) und
Streichquartett d-Moll o.op. (BP 1068). In diesem umfangreichen und zentralen
Werk, dessen ausdrucksvolle Adagio-Einleitung an Spohr denken lässt, sieht
Walton im ostinat pochenden Rhythmus den Einfluss von Carl Maria Webers «Freischütz».
Die Nähe zu Mendelssohn Bartholdys «Sommernachtstraum» ist im leidenschaftlich
flackernden Scherzo nicht- weniger deutlich spürbar als die
Verwandtschaft mehrerer Fantasiestücke (Nrn. 2, 3, und 5 von «Im
Herbst» op.
6) mit den viel imitierten « Liedern ohne
Worte».
Wie die zyklische Elemente enthaltenden
Fantasiestücke op. 9 zeigen, trug, zur Entstehung von Eschmanns synthesenreichem
Kammermusikstil am meisten Robert Schumann bei. Er stand häufig .auch
bei der Titelgebung für echt romantische Charakterstücke Pate, etwa; für die
Novelette op. 65, für das Heft „Freudvoll und leidvoll» op. 78 oder von Theodor
Kirchner posthum herausgegebenen «Waldabendbilder» op. 74. Als eines der wenigen
Werke in grosser Besetzung ragt aus Eschmanns rund 80 Kompositionen mit
Opuszahlen eine nicht näher beizeichnete „Conzert-Ouvertüre“ für grosses
Orchester heraus. Im Rahmen der Konzertreihe „Swiss Connection“ der
Tonhalle-Gesellschaft Zürich war sie von Daniel Harding dirigiert, im Februar
dreimal in der Limmatstadt zu hören.
Hatte Ewald Radecke in Nr. 83 des Neuen
Winterthurer Tagblatts 1926 geschrieben, dass Eschmann zu seiner Zeit als
„bester Klavierpädagoge der Schweiz“ galt, so lässt sich heute mit Blick auf die
Neuausgaben ausgewählter Klavier- und Kammermusikwerke des Amadeus-Verlages ihr
Autor als grösste schöpferische Begabung aus der Schweiz zwischen dem vorzeitig
gestorbenen Frühromantiker Friedrich Theodor Fröhlich (1803-1836) und dem
Spätromantiker Hans Huber (1852-1921) bezeichnen. Es fällt allerdings schwer,
die stilistische Eigenart Eschmanns klar zu erkennen und eindeutig festzulegen.
In seinem gegen Lebensende vermehrt von pädagogischen Absichten zeugenden
Schaffen mischen sich wesentliche Elemente aus der Tonsprache von Carl Maria von
Weber, Schubert, Chopin, Mendelssohn Bartholdy, Schumann und Kirchner, während
Liszt und Wagner als weitere bedeutende Zeitgenossen kaum Spuren hinterlassen
haben. Einen grossen Einfluss auf die künstlerische Entfaltung des Musikers übte
die oft mit praktischen Ratschlägen angereicherte Korrespondenz mit dem
Klavierpädagogen Louis Köhler und vor allem mit dem Komponisten und Pianisten
Carl Reinecke in Leipzig aus.
Zur persönlichen- Bildung trug auch der
häufig vertonte Zürcher Freund Wilhelm August Corrodi (1826-1885) bei, ein als
Dramatiker, Lyriker, Maler und Illustrator erfolgreich hervorgetretener
Altersgenosse, der in Winterthur als Zeichenlehrer wirkte. Ihm sind das in den «Lebensbildern»
1852 in Kassel veröffentlichte Porträt des Komponisten und die Randzeichnungen
zu insgesamt sieben dieser «12 Lyrischen Tonstücke für .Pianoforte» op. 17 zu
verdanken In ihrer poetischen Grundhaltung, die biografische Ereignisse mit
programmatischen Schilderungen wie der Szene «Jägerrast und Bankett» (Nr. 5) und
dem Stimmungsbild «In der Kirche» (Nr. 9) vermischt, sind die „Lebensbilder» am
ehesten mit Schumanns Fantasiestücken op. 12 und mit weiteren Charakterstücken
desselben Vorbildes zu vergleichen.
An Carl Maria von Weber und an den
Lehrmeister Mendelssohn erinnern die brillanten Läufe in „Kinderleben I“, die
Scherzo-Einlagen in „Jägerrast und Bankett“ und manches melodische Detail in den
tänzerischen Teilen des „Frohen Winterabends“. Die abschliessende Miniatur „Abschied
vom Freunde“ kehrt wiederum zu Robert Schumann zurück, dessen „Kinderszenen“ op.
15 mit dem Schlussbild „Der Dichter spricht“ eine atmosphärisch verwandte
Nachdeklichkeit zum Ausdruck bringen. An Chopin lehnt sich der quirlige „Nachfalter“
(Nr. 4) in den Zwölf charakteristischen Tonbildern op. 8 an, die den Titel „Was
einem in der Dämmerung einfällt“ tragen. Die entscheidende thematische Anregung
dürfte von Chopins Etude op.25 Nr. 9 ausgegangen sein.
Ein Mendelssohn-Schüler aus Zürich
Die Wiederentdeckung des Komponisten
Johann Carl Eschmann
Werkeditionen und CD-Einspielungen lassen
es zu, einen Eindruck vom Schaffen des 1826 in Winterthur
geborenen Komponisten Johann Carl Eschmann zu gewinnen. Als
Schüler Felix Mendelssohn Bartholdys zeigt sich Eschmann von der romantischen Musikauffassung
geprägt.
Erst nachdem sein Nachlass 1997 in die Zentralbibliothek Zürich
gelangte, zieht der aus Winterthur stammende, in Zürich gestorbene Komponist Johann Carl
Eschmann (18261882) die Aufmerksamkeit wieder auf sich. Mit den vom Zürcher
Pianisten Christian Spring im Nepomuk- Verlag (Aarau) erstmals textkritisch
herausgegebenen Sechs Elegien op. 15 für Klavier von Friedrich Theodor Fröhlich
(18031836) bahnte sich ein musikhistorisches und verlegerisches Interesse an, das
sich auch in den 1998 erschienenen «Lebensbildern» op. 17 von Eschmann, einem Nachdruck
von dessen pianistischem Hauptwerk, in einer Ausgabe des Amadeus-Verlags (Winterthur),
widerspiegelt. Der Herausgeber Chris Walton ist auch für die Veröffentlichung weiterer
Instrumentalwerke Eschmanns im selben Verlag und für die Herausgabe der ersten CD
verantwortlich, die ausschliesslich dem jahrzehntelang vergessenen Schweizer Romantiker
gewidmet ist. Seit der letzten Nennung Eschmanns mit ausgewählter Werkliste im
«Historisch-Biographischen Musiklexikon der Schweiz» (1928) von Edgar Refardt fehlte
sein Name in den meisten einschlägigen Quellenwerken. Wer also war der erst kürzlich
wiederentdeckte Komponist?
Aus Winterthur zu Mendelssohn
Als Sohn eines Instruktors der Kadettenmusik und des Kapellmeisters der
kantonalen Militärmusik am 12. April 1826 in Winterthur zur Welt gekommen, hatte
Johann Carl Eschmann erst bei Wagners Freund Alexander Müller in Zürich
Klavierunterricht genommen, bevor er 1845 ins kurz zuvor von Felix Mendelssohn
Bartholdy gegründete Leipziger Konservatorium eintreten und dort während zweier
Jahre als einziger Schweizer Musiker beim Komponisten des «Sommernachtstraums» studieren
konnte.
Nach seiner Rückkehr in die Schweiz (1847) blieb es Eschmann verwehrt,
in der Geburtsstadt Fuss zu fassen, da dort dank einem Empfehlungsschreiben von
Mendelssohn Bartholdy seit 1843 der aus Chemnitz übersiedelte Theodor Kirchner in
führender Position als Stadtorganist und Musiklehrer wirkte. Mit dem Erteilen von
Klavierstunden schlug sich Eschmann bis 1850 in Zürich durch, um anschliessend dieselbe
Tätigkeit bis 1859 in Winterthur auszuüben. Obschon er sich damals mit Kirchner
anfreundete, litt er unter der lokalen Konkurrenz. In Schaffhausen fand er schliesslich
ein neues Betätigungsfeld, indem er dort einen gemischten Chor gründete, den
städtischen Männerchor dirigierte und ausserdem als Klavier- und Gesangslehrer wirkte.
Von 1866 bis zu seinem Tod am 27. Oktober 1882 im selben Jahr starb auch der
aus Lachen am Obersee gebürtige, von Mendelssohn Bartholdy brieflich geförderte
Komponist und Liszt-Sekretär Joseph Raff lebte Johann Carl Eschmann in Zürich, wo
er sich mehr als Klavierlehrer denn als Komponist einen Namen schuf.
Nach seinem Tod geriet Eschmann trotz einem an die 80 Opusnummern
zählenden Schaffen rasch in Vergessenheit. Zuletzt erinnerte an ihn nur noch der erstmals
1875 von Hug in Zürich und Leipzig herausgegebene «Wegweiser durch die
Klavierliteratur», den Adolf Ruthardt nach 1888 wiederholt erweiterte und neu
präsentierte. Die Ersteinspielung der kammermusikalischen Hauptwerke Eschmanns auf einer
vor kurzem erschienen CD des englischen Labels Guild mit dem Ceruti Quartet, dem Geiger
Oliver Lewis, dem Hornisten Dave Lee und dem Pianisten Roy Howat verdient vorab aus
Repertoiregründen als diskographisches Ereignis bezeichnet zu werden, zumal mit dem
undatierten Streichquartett in d-Moll o. op. eine der gewichtigsten Kompositionen
dieses Bindegliedes zwischen Friedrich Theodor Fröhlich und Hans Huber den
bedeutendsten Repräsentanten der romantischen Schweizer Musik vorliegt. Partitur
und Stimmen des um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstandenen Werks gab Bernhard
Päuler unter der Nummer BP 1068 in diesem Jahr heraus. Im ostinaten, gleichmässig
pochenden Rhythmus des Kopfsatzes kann der Einfluss des «Freischütz'» von Carl Maria
von Weber gesehen werden. Die ausdrucksvolle Adagio-Einleitung lässt aber auch an das
1833 abgeschlossene Doppelquartett e- Moll op. 87 von Louis Spohr denken, dessen
bekannteres Doppelquartett d-Moll op. 65 mit dem Streichquartett von Eschmann nebst der
Tonart den kantablen Romanzenton des langsamen Satzes und die effektvollen Triolenattacken
im Scherzo teilt. Hier wird die stilistische Nähe zum «Sommernachtstraum» des Vorbildes
Mendelssohn Bartholdy im leidenschaftlichen Flackern einer echt romantischen Musik ebenso
deutlich spürbar wie in den «Im Herbst» betitelten Fantasiestücken für Horn (oder
Violoncello) und Klavier op. 6 Nr. 3 und 5 der Einfluss der «Lieder ohne
Worte».
Die ebenfalls vom Amadeus-Verlag edierten Zwei Fantasiestücke
op. 9 für Klarinette oder Violine und Klavier (BP 1038) werden miteinander durch
eine eintaktige Solokadenz verbunden, die inmitten des zweiten Stückes notengetreu
wiederkehrt und zusammen mit der Wiederholung von thematischem Material aus dem ersten
Fantasiestück zyklische Elemente verkörpert. Stärker als die mit einem originellen
Gemisch von Walzer und Ländler («Zur Weinlese») beschwingt ausklingenden Sechs
Fantasiestücke op. 6 (BP 1041) zeugen die anspruchsvolleren Zwei Fantasiestücke
op. 9 von Eschmanns Auseinandersetzung mit Robert Schumann, der nicht zuletzt auch
auf die Titelgebung verschiedener Klavierwerke abgefärbt hatte.
Musikantik und Dynamik
Zu den Vorzügen der Ersteinspielungen der Kammermusikwerke von Johann
Carl Eschmann zählen das Musikantische und insbesondere Dynamische weitaus mehr als das
Lyrische und rein Klangliche. Während die Bratschistin Miranda Davis und der
Violoncellist Olivier Gledhill dank warmer Tongebung ansprechen, sticht der Primarius
Olivier Lewis wegen seines mit starkem Vibrato befrachteten Spiels einerseits, des häufig
glasig-schrillen Klanges andererseits unangenehm hervor. Er gefährdet dadurch die
Homogenität des Ceruti-Quartetts auf ähnlich Weise, wie der zu sehr im Vordergrund
stehende Hornist Dave Lee die Balance zwischen Blas- und Tasteninstrument trübt
erst recht, wenn er, wie etwa in op. 6 Nr. 3 («Herbstgefühle»), zu sehr von
den dynamischen Vorschriften abweicht und den subtilen Abstufungen des Pianisten Roy Howat
nicht zu folgen vermag. Die zu schwärmerischem Ausdruck neigende Poesie der
klavierbegleiteten Stücke kommt insgesamt zu kurz, Eschmanns musikalisches Potenzial wird
nicht voll ausgeschöpft. Walter Labhart
Johann Carl Eschmann: Streichquartett in d-Moll
o. op., Sechs Fantasiestücke op. 6 für Horn und Klavier, Fantasiestücke op. 9 für Violine und Klavier.
Ceruti Quartet, Oliver Lewis (Violine), Dave Lee (Horn), Roy Howat (Klavier). Guild GMCD
7171 (1 CD).
American Record Guide May/June 00 Page 119/120
ESCHMANN: Quartet in D minor, In Autumn; tasy Pieces Ceruto Quartet; Dave
Lee hn; Roy Howatt, p;
Oliver Lewis, v-Guild 7171 (Qualiton) 66 min
It is infrequent that a disc arrives by a totally unfamiliar composer. I had never
heard of Johann Carl Eschmann (1826-82) until this disc arrived. In fact, the New Grove
and other musical encyclopaedias ignore him. The source seems unlikely, too, as Guild
normally specialises in British sacred music. Born in Zurich, he was a rnajor Swiss
teacher and performer in the 19th Century. His works were widely pub- lished in Germany
for a time. His style is akin to Mendelssohn and Schumann. In fact he studied with
Mendelssohn in Leipzig. He was then active in Zurich, Winterthur, and Schaffhausen.
Guild tells us that Eschmann's complete works were donated by his descendants to the
Zurich Central Library in 1997 and are now readily available. His output is mainly for
piano, with some songs and choral music. Chamber music, was not a major part of his
output, and he wrote only one (early) piece for orchestra.
His String Quattet is evidently an early work that survives only in parts. Lasting
about a half an hour, it is muuch like Weber in style. It is a worthwhile work overall,
and one wonders why it was never published. In Autumn was written in 1849. Its six
movements are lyrical and most attractive. The last, 'At the Grape Gathering', is a
gorgeous piece that will appeal to hornists.
The two Fantasy Pieces were written in 1850 and 1851 just a year or so after
Schumann wrote his works for clarinet with the same title. Though played by a violin here,
they are also intended for clarinet. The Schumann influence is clear, but they are in no
way derivative.
Performances all seem to be satisfactory and the recording is exceptionally clean and
rich. Anyone who is at all adventurous will likely have much pleasure from this issue.
BAUMAN FALLA: Spanish Folk-Song
Samedi 3 Juin 2000 / Le Journal de Montréal
J.C. Eschmann Quatour àcordes; <<En Automne>>, Six fantaisies
pour cor et piano; Fantaisies pour violon et piano. Ceruti Quarter.
Ne figurant dans quasiment aucune encyclopédie musicale, le nom du compositeur suisse
Johann Carl Eschmann (1826 - 1882) demeure de nos jours pratiquement inconnu. Dans la
lignée de Schumann et de Mendelssohn - dont it fut l'élève-,Eschmann oeuvra dans
l'ombre de compatriotes plus en vue et produisit surtout des pièces pour piano et des
mélodies. Le Quatuor Ceruti, en compagnie de deux autres solistes, fait découvrir
quelques-uns des rares morceaux de musique de chambre qu'il ait également composés. Dien
construite, cette musique dense et charmante est aussi pleinement romantique. Un programme
et des exécutions de qualit, à la mesure de cette découverte tout à fait digne
d'intéret. (3 Stars)
BBC Music Magazine May 2000
Eschman
String Quartet in D minor; In Autumn; Fantasy Pieces
Dave Lee (horn), Oliver Lewis (violin), Roy Howat (piano); Ceruti Quartet
Guild GMCD 7171 65:46 mins.
Mendelssohns Swiss pupil Johann Carl Eschmann proves well worth rediscovering.
His Quartet, although rather doggedly played here, has some very imaginative moments. The
Substantial horn suite and the free-flowing violin pieces deploy a Schumannesque language
with confidence and charm Anthony Burton
Performance 4 stars
Sound 4 stars
Page revised Thursday August 31 2006
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