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GMCD 7292 Piano Music from Zurich


American Record Guide September October

 Piano from Zurich, 1870-1930
Andrew Zolkinsky-Guild 7292-66 minutes

 The three Swiss composers represented here were contemporaries who had diverse, highly communicative styles. Waiter Schuthless's Variations on a Characteristic Theme is melod­ic and highly dramatic. Emil Frey's Sonata 2 and Suite 4 show the influence of Scriabin and Hindemith but have their own voice. Each begins with an Andante that is a tapestry of striving melodic lines.

The most fascinating composer here is Robert Freund, who in his long life was a close associate of Liszt and Brahms (despite their bitter feud) and later became a mentor of the young Bartok. His Nottumo from the 1870s is a passionate effusion of 19th Century lyricism.

Andrew Zolinsky, who specializes in con­temporary music, adroitly handles the wide range of styles and sensibilities. Freund's Not­torno really sings, and the finale of Frey's sonata flies by with virtuosic panache. The recording has strong presence and realism.  SULLNAN


Mittland Zeitung, Baden Freitag 29 Dezember 2006 

Ein grosser Hofpianist wird wieder entdeckt

Klassik / Der Schweizer Pianist Emil Frey eroberte von Baden aus die Welt. Nach seinem Tod wurde er vergessen. Jetzt liegt sein Werk erstmals auf CD vor. Ein Lebenswerk von erstaunlicher Vielfalt.

WALTER LABHART

Gäbe es das Medium CD nicht, so würde heute nichts mehr an ihn erinnern: Emil Frey eroberte als Konzertpianist die Welt. Er brachte es in Rumänien und Russland zu hohem Ansehen und schuf über hundert Kompositionen in diversen Besetzungen Sechs Jahrzehnte nach seinem Tod gilt er als vergessen.

ERSTMALS LIEGEN umfangreiche pianistische Werke des 1889 in Baden geborenen Musikers Emil Frey auf einer CD vor. Sie zeugen von der Weltoffenheit eines Künstlers, der lange zu den erfolgreichsten Schweizer Pianisten zählte. Als er 1946 in Zürich starb, hinterliess er ein schöpferisches Lebenswerk von erstaunlicher Vielfalt. Den mit viereinhalb Jahren in Basel begonnenen Klavierunterricht setzte Emil Frey am Genfer Konservatorium fort. Als Siebzehnjähriger erhielt er den «Premier prix de piano» des Konservatoriums von Paris, wo er sich bei Diemer, Faure und Widor auf die Virtuosenlaufbahn vorbereitet hatte.

Während seiner Berliner Jahre (1907-1912) weilte er als Gast der Königin Carmen Silva in Bukarest. König Carl von Rumänien ernannte ihn dort zum Hofpianisten. Nachdem er 1910 in St. Petersburg für sein Klavierspiel ein Ehrendiplom des Rubinstein-Wettbewerbes und den grossen Kompositionspreis entgegennehmen konnte, wurde Frey zwei Jahre später zum Klavierprofessor am Kaiserlich-Russischen Konservatorium in Moskau ernannt. Die Oktoberrevolution zwang ihn 1917, Russland zu verlassen. Emil Frey kehrte nach Baden zurück, leitete von 1922 bis zu seinem Tode eine Konzertausbildungsklasse am Zürcher Konservatorium und dehnte seine Reisen als Konzertpianist durch ganz Europa und bis nach Südamerika und Ägypten aus. Seine pädagogischen Erfahrungen legte er dem Lehrbuch «Bewusst gewordenes Klavierspiel» zugrunde. George Enescu widmete dem gefeierten Pianisten seine Sonate fis-moll op. 24 Nr. 1(1924), ein Hauptwerk der rumänischen Klaviermusik.

UNTER DEM MOTTO «Piano Music from Zurich 1870-1930» erschien in der CD-Reihe mit Musik aus der Zentralbibliothek Zürich eine beeindruckende Ersteinspielurig der 2. Sonate As-Dur op. 36 und der 4. Suite op. 58 von Emil Frey. Beide Werke interpretiert der Engländer Andres Zolinsky, der auch die übrigen Kompositionen dieser spannenden Repertoireneuheit präsentiert, mit ebenso viel Energie wie Nuanciertheit. Von Freys Zeitgenossen erklingen die etwas verkrampften Variationen über ein eigenes Thema op: 1 von Walter Schulthess und von Robert Freund das zart verträumte Notturno op. 2.

DER VON MOSCHELES, Tausig und Liszt ausgebildete Virtuose aus Budapest lebte zeitweise in Zürich und in Laufenburg. In der seinem Bruder Walter Frey gewidmeten 2. Sonate (1917) fallen Einflüsse von Skrjabin und Nikolai Medtner auf, mit denen der Badener Musiker während seines Moskau-Aufenthaltes in persönlichem Kontakt stand. Versponnene Skrjabin-Nachklänge und temperamentvolle Ausbrüche wechseln in der klanglich leider ebenfalls überladenen 4. Suite einander ab.

Emil Frey Piano Music from Zurich 1870-1930 (Werke von E. Frey, R. Freund, W. Schulthess). Andres Zolinsky, Klavier. Guild GMCD 7292


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